Vor Gebrauch (des Dämmatlanten) lesen!

Der Dämmatlas hilft dir, das passende Dämmverfahren und den passenden Dämmstoff für dein Gebäude zu finden. Damit du die Angaben richtig einordnen kannst, solltest du ein paar Grundlagen kennen.

Die wichtigsten Fachbegriffe

BegriffBedeutung
Lambda-Wert (λ)

Wärmeleitfähigkeit eines Materials. Je kleiner der Wert, desto besser dämmt der Stoff. Typische Werte guter Dämmstoffe: 0,032 bis 0,045 W/(m·K).

Achtung: es gilt der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit! Der Nennwert (ist niedriger und wird von vielen Herstellern prominent kommuniziert) darf für eine U-Wert-Berechnung von Energieberatern/Architekten - und damit auch für eine Förderung - nicht genutzt werden!

Eine Formel, wie man die Dämmeigenschaften der Dämmstoffe miteinander vergleichen bzw. ineinander umrechnen kann:

Dämmdicke (alt) : WLS (alt) x WLS (neu) = Dämmdicke (neu).

Beispiel: 12 cm : 0,040 (W/mK) x 0,023 (W/mK) = 6,9 cm.

Oder: die Dämmwirkung einer 6,9 cm dicken Polyurethanplatte (alukaschiert) ist dieselbe wie die einer 12 cm dicken Holzweichfaserplatte.

WLS / WLGWärmeleitfähigkeitsstufe bzw. -gruppe: der Lambda-Wert in Kurzform (z. B. WLS 035 = λ 0,035). Praxisüblich als Qualitätsangabe auf Verpackungen und Datenblättern.
U-WertWärmedurchgangskoeffizient eines gesamten Bauteils (Wand, Dach, Fenster). Je kleiner, desto weniger Wärme geht verloren. Der U-Wert ist der Kehrwert der Summe der R-Werte (der einzelnen Dämmschichten) zzgl. des inneren und äußeren Wärmedurchgangswiderstandes.
R-WertWärmedurchlasswiderstand einer einzelnen Schicht: Dicke geteilt durch Lambda-Wert. Je größer, desto besser dämmt die Schicht.
DämmdickeDie tatsächliche Stärke der Dämmschicht — wirkt zusammen mit dem Lambda-Wert auf den U-Wert.
EinblasdämmungLoser Dämmstoff (z. B. Zellulose, Mineralwolle-Granulat, Polystyrol-Kügelchen, SLS20, in-situ-Schäume usw.), der in Hohlräume eingeblasen wird — oft die einfachste und damit preiswerteste Nachrüstung. Wird aus diesem Grund hier prominent aufgeführt. Natürlich kann man zum Beispiel obere Geschoßdecken auch mit Plattendämmstoffen aller Art dämmen - zahlt dann aber einen vielfachen Preis.
Lieferform DämmstoffeDämmstoffe gibt es in Platten, Matten, Schütt- und Einblas-Granulate. Einblasdämmstoffe und Mattendämmstoffe passen sich unebenen Bauteilen an - Plattendämmstoffe nicht. Daher wird hier auf die Empfehlung, Plattendämmstoffe aller Art z.B. in Dachschrägen oder Holzrahmenbauten einzubauen verzichtet.
FugenfreiheitFür alle Dämmsituationen gilt: fugenfreier Einbau! Eine "hinterlüftete" Dämmung ist in der Funktion mehr oder weniger wirkungslos! (bei der Innendämmung ist ein fugenfreier Einbau zwingend erforderlich, da ansonsten Tauwasser- und damit Schimmelprobleme drohen
Ökologie von Dämmstoffen

ALLE Dämmstoffe sind ökologisch! Da sie dazu beitragen:
1. den Einsatz von (fossilen) Energieträgern zu reduzieren

2. die Heizkosten zu senken

3. und die Energie-Abhängigkeit von problematischen Staaten zu verringern.

Die Herstellungsenergie fast aller Dämmstoffe amortisiert sich in weniger als 1 Jahr (teilweise in wenigen Tagen). Und dann wirken sie noch weitere 50 Jahre

Gut zu wissen: Dämmen geht auch flexibel

  • Teilflächen dämmen ist möglich. Wenn von vier Wänden nur zwei dämmbar sind, lohnt sich die Dämmung trotzdem — jede gedämmte Fläche reduziert den Wärmeverlust.
  • Unterschiedliche Dämmdicken und -qualitäten sind erlaubt. Du musst nicht überall dieselbe Dicke oder denselben Stoff verwenden — etwa wo der Platz knapp ist.
  • Dämmstoffe lassen sich kombinieren. Liegt z. B. auf der obersten Geschossdecke bereits eine alte Dämmung, kann sie liegen bleiben und einfach mit neuer Dämmung aufgedoppelt werden.
  • Es muss nicht „alles oder nichts" sein. Teilsanierungen schrittweise sind oft sinnvoll — wichtig ist, die Reihenfolge sinnvoll zu planen.
  • so dick (gut) dämmen, wie möglich. Entweder - wenn wenig Platz zur Verfügung steht - sehr hochwertige Dämmstoffe mit niedrigen Lambda-Werten, oder - wenn viel Platz zur Verfügung steht, z.B. bei der oberen Geschoßdecke - preiswerte (Einblas)-Dämmstoffe wie Zellulose oder Glaswolle in einer Dicke von 40 cm (oder mehr)
  • nur die beheizte Hülle dämmen! Wenn der Spitzboden im Dach nicht bewohnt = nicht beheizt wird, ist eine Dämmung der Dachschrägen bis in die Spitze hinein sinnlos.
  • Hohlschichten identifizieren und ausdämmen lassen. Bspw. ist eine Außendämmung (Wärmedämm-Verbund-System) auf einem (belüfteten) zweischaligen Mauerwerk in der Dämmwirkung aufgrund von Hinterlüftungseffekten stark eingeschränkt.

Hinweis: Der Dämmatlas ersetzt keine individuelle Fachberatung vor Ort. Für verbindliche Aussagen zu deinem Gebäude empfehlen wir eine unabhängige Energieberatung.